Die Carport Baugenehmigung ist in der Regel Pflicht. Ob Garage oder Carport, Sie als Hausbesitzer benötigen hier in fast allen Fällen eine Baugenehmigung, denn es handelt sich hier um eine bauliche Veränderung. Auch wenn diese auf Ihrem eigenen Grundstück geschieht, müssen die Regeln eingehalten werden. Wird diese nicht beachtet so kann es passieren, dass Sie Ihr Carport am Ende wieder abreißen müssen. Im schlimmsten Fall kommt das Bauamt eventuell auf Sie zu oder Nachbarn beschweren sich und Sie erhalten nur noch unter großen Schwierigkeiten eine nachträgliche Genehmigung. Wo und wie Sie die Carport Baugenehmigung bekommen und was genau für diese benötigt wird, erfahren Sie anhand der folgenden Tipps.

Baugrundstück und Carport auswählen und clever loslegen

Ein Carport wird zwar häufig als Bausatz eingekauft und Sie benötigen keine großen Aufbaumaßnahmen, dennoch handelt es sich (wie oben bereits angesprochen) um eine Veränderung der baulichen Situation. Jedes Bundesland, teilweise sogar Städte und Gemeinden, haben eigene Regeln, was die baulichen Veränderungen angeht. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten, die Ihnen helfen, Schritt für Schritt zum eigenen Carport zu gelangen.

Vor dem Kauf des Carports sollten Sie auf jeden Fall die Fläche messen, in Breite, Länge und Höhe. Die Höhe ist zum Beispiel dann wichtig, wenn ein Hausgiebel, die Hauswand mit Fenstern oder Bäume direkt am Baugrund stehen. Messen Sie diese nicht, so kann es passieren, dass Sie ein Fenster halb mit dem Carport verdecken oder an die Baumkrone stoßen. Somit wäre das Projekt schon vor Beginn gescheitert.

Dasselbe gilt für die Breite und Länge. Beim Nachbarn an den Zaun stoßen oder einige Zentimeter auf dessen Grundstück gelangen, ist nur mit schweren zu erhaltenden Sondergenehmigungen und dem Einverständnis des Nachbarn möglich.

1.     Tipp:

Messen Sie auf jeden Fall mit einer zweiten Person. Diese kann Maßband oder Meter halten und die Abstände genau anlegen. So vermeiden Sie Messfehler, die Ihnen hinterher Schwierigkeiten bereiten.

Messen Sie ruhig zwei Mal, um auf der sicheren Seite zu stehen.

2.     Tipp:

Carports gibt es in verschiedensten Variationen. Mit Flach- oder Spitzdach, als geschlossenes Objekt meist mit Holzwänden, aus Aluminium oder einfach nur die Unterstellfläche mit Dach und Stützen. Kleine Unterstell Carports können häufig ohne Genehmigung aufgestellt werden. Dennoch sollten Sie sich auch hier vorab erkundigen. Es kann passieren, dass Ihr Carport zum Beispiel nur ein Flachdach haben darf.

Für die Carport Baugenehmigung sind unter anderem die Wandhöhen sowie die Maße der Bodenfläche relevant.

3.     Tipp:

Sprechen Sie vor dem Bau mit Ihrem Nachbarn, um Unstimmigkeiten im Nachhinein zu vermeiden. Lassen Sie Ihren Nachbarn das Bauvorhaben ansehen, damit dieser die eventuelle Größe erkennt. Sollten Sie dies nicht machen, so kann Ihnen Ihr Nachbar (je nach Verhältnis) im Nachhinein große Probleme bereiten.

Den Antrag stellen und die Carport Baugenehmigung einholen

Bevor Sie beginnen, gibt es einige Vorbereitungsarbeiten zu erledigen. Diese sparen Ihnen später auf dem Bauamt Zeit, Mühe und Kosten. Für den Bauantrag selber müssen Sie etwa (je nach Bundesland) 400 bis 650 Euro einkalkulieren.

In Hessen zum Beispiel gilt: § 63 HBO, in Niedersachsen: §60 Abs. 1 NBauO, Nordrhein-Westfalen: §§ 63, 67, 68 BauO NRW und so weiter. Eine Liste hierzu gibt es im Internet nachzulesen.

Ebenso wie die Carport Baugenehmigung variiert auch der Preis für die anfallenden Dokumente.

Für die Carport Baugenehmigung gehen Sie in Ihr zuständiges Bauamt. Dort erhalten Sie aktuelle Formulare und Auskunft, welche Unterlagen Sie benötigen.

Der Bauantrag selber kostet im Schnitt zwischen 50 und 200 Euro. Die Kosten ergeben sich nach Bundesland und Größe des Bauvorhabens.

Für Unterschriften und eventuelle Gültigkeitsstempel rechnen Sie bitte mit 200 bis 400 Euro.

  • In den meisten Fällen ist die Flurkarte mit einem Maßstab von 1:500 notwendig. Diese darf allerdings nicht älter als 2 Jahre sein.
  • Die Flurkarte erhalten Sie im Katasteramt. Die Kosten hierfür liegen etwa zwischen 15 und 20 Euro.
  • Eine Baubeschreibung ist ebenso notwendig.
  • Hier beschreiben Sie Ihr Bauvorhaben und wer Sie beim Bau unterstützt, welche Geräte Sie benötigen (Bagger für den Aushub des Fundaments) und weitere. Diese schreiben Sie selber oder füllen hierzu das entsprechende Formular aus.
  • Müssen Sie zwangsläufig ein paar cm auf das Nachbargrundstück, so holen Sie sich eine schriftliche Zusage Ihres Nachbarn. Ist Ihr Nachbar unsicher oder überlegt, bei einem Glas Wein oder Bier lässt sich vieles leichter regeln. Setzen Sie Ihren Nachbarn nicht unter Druck und erläutern Sie sachlich, weshalb Sie auf sein Grundstück zugreifen müssen.
  • Eine komplette Zeichnung des Carports mit Grundriss, Ansicht und dem Schnitt muss ebenfalls vorhanden sein. Sie erhalten bei Ihrem Bauamt weitere Formulare für diese Ansichten.

1.Tipp

Bitten Sie den Hersteller Ihres gewünschten Carports Ihnen diese Daten, beziehungsweise eine Ansicht mit Bild zukommen zu lassen. Diese geben Hersteller meist kostenfrei aus.

2.Tipp

Wenn Sie eine zweite Person für den Bau benötigen, achten Sie auf den Versicherungsschutz. Selbst wenn Sie im Verwandtschaftsverhältnis miteinander stehen, im Falle eines Unfalls haften am Ende Sie. Hierzu können Sie mit Ihrer Versicherung eine zeitbegrenzte Versicherung abschließen. Entscheidend für die Kosten hierfür sind die Angebote der Versicherungen. Ob ein kleines Carport oder doch etwas Großes, ein Versicherungsschutz bewahrt Sie vor unangenehmen Überraschungen und ist fast so wichtig, wie die Carport Baugenehmigung.

Alle Genehmigungen sind eingeholt, der Bau beginnt

Haben Sie alle notwendigen Formulare, Dokumente und Unterschriften, so kann der Bau beginnen. Legen Sie sich einen Ordner an, falls es zu einer Kontrolle durch das Bauamt kommt. So haben Sie sofort alle notwendigen Unterlagen parat und der Bau kann schnell vonstattengehen. Ob Sie einen roten Punkt für Ihr Bauvorhaben benötigen, wird Ihnen das Bauamt mitteilen, beziehungsweise Ihnen diese Genehmigung am Ende mitgeben. Hersteller von Carports liefern meist nur bis Bordsteinkante. Fragen Sie im Falle eines Falles beim Anbieter nach, ob eine Lieferung direkt bis zum Bauprojekt möglich ist. Dies erspart Ihnen wertvolle Zeit und mühsames Schleppen.

Vor Beginn von dem Carport-Bau machen Sie sich eine Liste mit den wichtigen Dingen, die nicht vergessen werden dürfen. Diese haken Sie nach und nach ab und der Bau geht schnell voran. An oberster Stelle nach der Auswahl des Carports sollte die Carport Baugenehmigung stehen. Kontrollieren Sie Ihre Unterlagen lieber einmal öfter, als am Ende den Ärger zu haben. Ordern Sie Helfer, Bagger und notwendige Maßnahmen erst, nachdem Sie alle Dokumente und weitere Vorbereitungen abgeschlossen haben.